Unmut über die Stadt

Seit Eröffnung der umgebauten Erkelenzer Stadthalle sorgen die Nutzungsgebühren für Meinungsverschiedenheiten zwischen örtlichen Kulturvereinen und Kultur GmbH.
Seit Eröffnung der umgebauten Erkelenzer Stadthalle sorgen die Nutzungsgebühren für Meinungsverschiedenheiten zwischen örtlichen Kulturvereinen und Kultur GmbH.

In der Jahresversammlung des Stadtmusikbundsstand die Stadthallenmieteim Mittelpunkt einer kontroversen Diskussion. Karin Heinze bleibt Vorsitzende.

 

ERKELENZ Der Vorstand des Stadtmusikbunds wünscht sich mehr Entgegenkommen der Verwaltung beim Anmieten der Stadthalle für Veranstaltungen.

In der Jahresversammlung berichtete der stellvertretende Vorsitzende Gerd Quedenbaum empört von einem Gesprächstermin
mit dem Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen und Nicole Stoffels als Vertreterin des Stadtmarketings.
Gotzen habe den Vorschlag des Stadtmusikbunds, bei der Miete künftig eine Staffelung vorzunehmen, rigoros zurückgewiesen.

 

Musch: Geschickt verhandeln
1500 Euro koste das Anmieten der Stadthalle für eine Veranstaltung, abzüglich 750 Büro, die die Stadt wieder gutschreibe. „Wer nicht bezahlen kann, muss eben draußen bleiben und in seinem Stadtteil. Musik machen", habe Götzen wörtlich gesagt, berichtete Quedenbaum. Der Beigeordnete habe sich bei dem Gespräch „von harter Front gezeigt".
Heinz Musch, Vorsitzender des Städtischen Musikvereins, entgegnete, ihm sei bekannt, dass es durchaus Spielräume bei den Preisen gebe. „Man muss nur geschickt verhandeln. Dann kann man einiges erreichen." Musch fügte an, dass es mit der Hallenmiete allein nicht getan sei. Ein notwendiger Techniker „kostet richtig Geld".
Bei den Neuwahlen wurde Karin Heinze als Vorsitzende des Stadtmusikbunds wiedergewählt. Sie erklärte, dass der Vorstand plane, Nachwuchs im Instrumentalbereich zu fördern, etwa durch Schulungen der Notenkenntnisse. Für Marschmusik könnten Choreographien vermittelt werden. „Wir suchen nach optimalen Lösungen, die sachlichen wie finanziellen Aufwand erfordern", sagte sie. Zunächst wolle man sich einen Überblick verschaffen und in persönlichen Gesprächen mit den Vereinsvertretern den Kenntnisstand abklären. Als „ersten Schritt" bezeichnete die Vorsitzende den Besuch der Mitgliedsvereine.


Neue Ideen durch Projektchor
Quedenbaum schilderte den Schrumpfungsprozess im Bereich der traditionellen Gesangsvereine. Dafür machte er die mangelnde Bereitschaft für Veränderungen verantwortlich. Die Hobbysänger müssten sich auch zeitgenössischem Liedgut zuwenden, bei Auftritten Gestik und Mimik einsetzen, sich auf der Bühne mehr bewegen. Ein Projektchor soll Abhilfe schaffen. In dreimal zwei Wochenendstunden soll das Erlernte den Mitgliedsvereinen des Stadtmusikbunds vorgeführt werden. Quedenbaum: „Dann können die Mitgliedsvereine entscheiden, ob sie den Vorschlägen folgen wollen."
Um die vom Braunkohletagebau betroffenen Ortschaften zu unterstützen, nimmt der Stadtmusikbund vom 17. bis 21. Juni 2011 am Bezirksschützenfest in Neu-Borschemich teil.

 

INFO Stadtmusikbund
Aufgaben Interessen der Mitglieder
gegenüber öffentlichen Institutionen vertreten,
Termine für feststehende Veranstaltungen koordinieren,
gemeinsame Veranstaltungen unterstützen,
jährlich eine gemeinsame Musikveranstaltung durchführen,
Nachwuchspflege, Fortbildungsangebote und Erfahrungsaustausch.

 

von Daniela Giess

(Rheinische Post 26. März 2010)

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Kommentare: 1
  • #1

    Quedenbaum, Gerd (Mittwoch, 31 März 2010 11:09)

    Was die Hallenmiete anbelangt, so hat Herr Musch keineswegs vorgeworfen, der Vorstand des SMB habe nicht richtig verhandelt. Von mir aus kann ich nur ergänzen, daß man mit Tarifen und fernab erlassenen Weisungen nicht verhandeln kann. Das gilt, zumal wenn diese Argumente Realität ignorieren und den betroffenen Vereinen Zukunft absprechen. Die kleinen musiktreibenden Vereine sind Idealgemeinschaften mit einer sehr großen sozialen Aufgabe Das kann man nicht ohne Rücksicht mit den Interessen eines wirtschaftlich orientierten Unternehmens in Einklang bringen. Dies Problem aber kann nur die Stadt lösen.
    Herrn Muschs Hinweis galt insbesondere den Nebenkosten. Die Halle sei mit allen technischen Vorteilen ausgestattet, aber (Zitat) "...da kostet die Halle erst richtig Geld".

              www.erkelenz.de
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