Drei kleine Superlative

Kantaten, Streichquartette und die Schubert-Messe in G-Dur spielten in Baal der evangelische Kirchenchor Erkelenz und Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker.Sowohl gemeinsam als auch im Solo überzeugten alle Musiker.

 

HÜCKELHOVEN Für den evangelischen Kirchenchor Erkelenz stellte das vierte Adventskonzert ein Ereignis der kleinen Superlative dar. Es sei das bisher längste Konzert (an Choranteilen gemessen), der größte Chor und ein dazu stetig gewachsenes Publikum, das den Auftritt an diesem Abend in der evangelischen Kirche Baal ausmache, erläuterte Chorleiterin Daniela Müller vor Beginn. 45 Sänger und Sängerinnen gehören inzwischen zum Chor.

Vor vier Jahren hat Müller ihre Stelle als Kantorin angetreten und seitdem im kirchenmusikalischen Bereich viel bewegt. "Der Kirchenchor bestand zu meiner Anfangszeit aus rund 20 Leuten. Aus ihm habe ich den heutigen Chor kontinuierlich aufgebaut", sagte sie, er sei inzwischen ein Selbstläufer. Und sie wies lachend darauf hin, dass die Proben, die im Sommer starteten, allen viel Freude bereitet hatten. Heidemarie Bendris hieß die annähernd 100 Zuhörer im Namen des Presbyteriums Lövenich und des Projektchores herzlich willkommen. Mitglieder der Nie­derrheinischen Sinfoniker aus Mönchengladbach/Krefeld fanden sich ebenso mit ihren Streichinstrumenten ein wie drei Gesangssolisten: Claudia Lawong aus Münster (Sopran), Udo Glasmacher aus Düsseldorf (Tenor) und Gabriel Mondragon aus Augsburg (Bass).

Akzentuiertes Spiel

Ein festliches Programm zur Adventszeit hatten alle Musiker zusammengestellt und überzeugten gemeinsam oder im Einzelauftritt mit großartigen Leistungen. Mit der Adventskantate "Hosianna dem Sohne Davids" des Komponisten Telemann präsentierten sie ein Werk aus dem Barock. Der Chor bereitete mit freudigem Ausdruck zum akzentuierten Spiel der Streicher den Weg für Soli von Tenor und Sopran, die mit schönen Stimmen begeisterten. In "Preis und Anbetung" von Rinck widmeten sich die Sänger a-cappella ganz der Wirkung des Gesangs. Deutlich vernehmbare Männerstimmen gesellten sich harmonisch zu den weiblichen und erzeugten wohl abgestimmt einen einnehmenden Gesamtklang. Einen besonderen Akzent setzten die beiden Streich­quartette, die die drei Violinisten und ein Cellist der Sinfoniker interpretierten. Mit Temperament und Dynamik ließen sie das "Allegro ma non tanto" aus dem "Streichquartett Nr. 4 in c-moll" von Beethoven hören. Für das "Andante mesto" in Puccinis "Crisantemi für Streichquartett" nahmen sie sich in Tempo und Lautstärke zurück und legten viel Gefühl hinein.

Zur Zugabe noch mal das ,,Gloria"

Und als Höhepunkt war sicherlich die "Messe in G-Dur, D 167" von Schubert zu bezeichnen, die dieser laut gängiger Meinung als gerade 18-Jähriger in weniger als einer Woche komponierte. Mit Bravour meisterten Chor, Solisten und Orchester die sechs Sätze und ernteten viel Beifall für das gesamte Kon­zert. Als Zugabe ließen sie noch einmal das "Gloria" aus der aufgeführten Messe hören.

(VON NICOLE PETERS)

Rheinische Post vom 2. Dezember 2011

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