Zukunft mit Mut zu neuen Ideen

rp-foto: jürgen laaser
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Der Sängerkreis Heinsberg ehrt im März bei einer großen Festveranstaltung die Jubilare der Mitgliedschöre. Anlass, die Chorszene im Kreis und ihrem Dachverband vorzustellen. Vorsitzender Michael Gornig über Nachwuchsprobleme bei Chören und Perspektiven für die Zukunft.

KREIS HEINSBERG Michael Gornig, Vorsitzender des Sängerkreises Heinsberg wird, einmal in Fahrt, zum temperamentvoll-engagierten Werber für die Chorbewegung. Der 51-jährige Bankkaufmann aus Karken, in Arsbeck aufgewachsen, ist seit rund 25 Jahren leidenschaftli­cher Sänger.

von Angelika Hahn

Er ist Mitglied des Waldfeuchter Meisterchors MGV Concordia und entspricht so gar nicht dem Klischee-Typ des weiß­haarigen Sangesfreundes aus ei­nem „MGV".

„Für mich sind die Chorproben Gemeinschaftserleb­nis, Entspannung und Beruhigung.

 

„Der nötige Spagat zwischen Tradition und Neuem fällt oft schwer"

 

Nach fünf Minuten Singen ist der Alltagsstress vergessen", sagt er.

Das möchte er im Vorfeld der zen­tralen, mit Konzertbeiträgen ver­bundenen Ehrungsveranstaltung des Sängerkreises am 4. März in Kirchhoven vor allem auch jünge­ren Menschen weitergeben. Denn in der Tat seien manche Kli­schees über Chorgesang nicht ganz von der Hand zu weisen, räumt Gornig ein. Ein ernstes Problem auch im Kreis Heinsberg ist die Überalterung vieler Männerchöre. „Der nötige Spagat zwischen Tradi­tion und Neuem fällt oft schwer." Die Öffnung für Frauen, die Män­nerchöre im Bergischen Land als Ausweg wagten, wäre im Kreis Heinsberg undenkbar, meint Gor­nig. „Und leider riskiert mancher MGV eher die Auflösung, als sich mit anderen zusammenzuschlie­ßen." Immerhin machten diverse Chorgemeinschaften mittlerweile Hoffnung - zumal Chöre damit ihren Namen und eine gewisse Eigeinständigkeit durchaus beibehalten können. Für Gornig eine Möglichkeit der Zukunftssicherung.

Aber dazu zählt für ihn auch eine Verbreiterung des Repertoires über die populären Klassiker hinaus. Gornig weiß: "Das Publikum honoriert es durchaus, wenn nach Schubert, Silcher und Co. auch mal etwa ein Udo-Jürgens-Medley das Programm auflockert oder ein junger Gastchor mitmacht." Auch neue Formen der Konzertpräsentation gehören dazu - ebenfalls ein Tabu für manchen alten Sangesfreund.

Sängerkreis und Landesverband, in dessen Vorstand Gornig ebenfalls aktiv ist, bieten Mitgliedschören jede Mengen Anregungen in Workshops, Konzerten, durch Referenten, Mitgliedszeitschriften und Internet-Präsentation - all dies für wenig Geld oder ganz zum Nulltarif. Gornig wünscht sich, dass mehr Mitgliedschöre im Kreis diese Möglichkeiten wahrnehmen. Und das gerade jüngere Chöre, die nicht dem Sängerkreis angehören und oft die (durchaus maßvollen) Mitgliedsbeiträge scheuen, der Gemeinschaft beitreten. Denn sowohl die Gospelchor-Ableger von Kirchenchören, vielfältig Projektchöre auf Zeit wie auch die TV-Casting-Welle sind für Gornig Beleg dafür, dass Jüngere sehr wohl singel wollen. Dazu aber müssten Traditionschörer manche Rahmenbedingungen ändern, und das ist nicht leicht.

 

INFO


Sängerkreis

Dachverband Der Sängerkreis Heinsberg gehört automatisch dem Chorverband NRW und dem Deutschen Chorverband an.

Leistungen Die Umfangreichen Angebote und Serviceleistungen für die Mitgliedschöre listet der Sängerkreis auf seiner Internetseite auf.

Neben Fortbildungs- und Informationsangeboten hilft der Sängerkreis bei Satzungen, Fragen der Gemeinnützigkeit und Versicherung und wickelt die Gema-Abgaben bei Konzerten für die Chöre ab. Mehr, auch über die Mitgliedsvereine, auf der Homepage unter: www.sk-heinsberg.de

(aus Rheinische Post, 24. Februar 2012)

 

 

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