Musikalische Vielfalt trifft auf besinnliche Texte

Der Städtische Musikverein Erkelenz begeistert in St. Lambertus die Zuhörer. Beleuchtet wurde der Advent.

VON HILTRUD BRENDT

 

In der Pfarrkirche St. Lambertus gaben am Sonntagabend die Mitglieder des Musikvereins Erkelenz ihr Jahreskonzert. 

rp-foto: günter passage

ERKELENZ Ein erleuchteter restau­rierter Marienleuchter und entzün­dete Kerzen an den Bänken des Mit­telschiffs empfingen die zahlrei­chen Besucher der kirchenmusika­lischen Andacht des Städtischen Musikvereins Erkelenz in St. Lam­bertus. Das Thema des Advents soll­te in verschiedenen Facetten und durch unterschiedliche Epochen betrachtet werden. Pfarrer Werner Rombach begrüßte das Publikum und die Aufführenden und verwies auf den wahren Sinn des Advents: die Erwartung der Ankunft des Got­tessohnes. Mit einem gemeinsamen Lied, das der Musikverein einfühl­sam begleitete, begann eine von musikalischer Vielfalt und besinnli­chen Texten geprägte Stunde.

Die von Heinz Musch gefühlvoll vorgetragenen Meditationen bilde­ten einen gekonnten Gegenpol zu den weihnachtlich geprägten musi­kalischen Darbietungen. Der "Abendsegen" aus Engelbert Humperdincks Oper „Hansel und Gretel" gehört für viele Menschen zu den Melodien der Vorweihnachtszeit, weil dieses Werk traditionell gerne als Weihnachtsmärchen aufgerührt wird. In einem Arrangement von Robert Beringen wurde dieses Stück in feinfühliger dynamischer Vielfalt dargeboten. Die böhmischen Pasto­rellen boten mit ihren meist tänzeri­schen Charakteren und den einge­flochtenen Weihnachtsliedern - be­sonders schön wurde hier "Vom Himmel hoch" herausgearbeitet - ein Art volkstümliche Weihnachts­musik. Hier fanden sich rasche Tempowechsel, die das Orchester mühelos meisterte, und eine wun­derschön dargebotene Hornsequenz, die an Jagdszenen erinnerte.

Mit „Mary's Boy Child" wagte das Ensemble den Sprung in die 1970er Jahre, in denen dieses Lied der Gruppe Boney M ein großer Erfolg und eines der Weihnachtslieder der Popmusik war. Hier erklang es allerdings in einem Arrangement von Philip Sparke, der es in einen latein- amerikanischen Tanz verwandelte. Besonders bemerkenswert bei diesem Werk war der Einsatz von überwiegend leisem Schlagzeuginstrumentarium. Mit Shakern, Claves unde Bongos verstand die Percussiongruppe eindrucksvoll trotz des Tanzrhythmus eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.

"Made in Heaven" von Freddie Mercurie bildete hierzu wiederum einen Gegenpart, da es musikalisch eher an Filmmusik erinnerte und legiglich die "Chimes" der Schlagzeuger einen leichten weihnachtlichen Anklang hervorriefen. Das gemeinsame Lied "Tauet Himmel, den Gerechten" sollte der Schlusspunkt der Andacht werden, doch das Publikum erbat sich noch zwei Zugaben, und so erklangen der "Abendsegen" und "Mary's Boy Child" jeweils noch einmal.

Die begeisterten Zuhörer traten beschwingt und durch die Texte auch nachdenklich ihren Heimweg an und konnten durch reichliches Spenden, das der Kirchturmsanierung und der Jugendarbeit des Musikvereins zugute kommt, ihrem Enthusiasmus Ausdruck verleihen.

(Rheinische Post vom 11.12.2012)

 

AUFFÜHRUNGEN

Städtischen Musikverein Erkelenz erleben

Anhören Wer nicht genug von den Weihnachtsliedern des Städti­schen Musikvereins Erkelenz be­kommen kann, hat noch zwei Mal die Gelegenheit, diese in diesem Jahr zu hören: am 23. Dezember ab 15.30 Uhr am Sachsenring und am 24. Dezember ab 11.45 Uhr in der Innenstadt.

 

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