Konzertabend "nicht von dieser Welt"

Mit seinem Frühjahrskonzert begeisterte der Städtische Musikverein in der Stadthalle Erkelenz. Foto: Jürgen Laaser
Mit seinem Frühjahrskonzert begeisterte der Städtische Musikverein in der Stadthalle Erkelenz. Foto: Jürgen Laaser

Erkelenz (RP). Zu einem Flug mit Superman, ins Land der Liliputaner und zum Tee mit Mary Poppins lud der Musikverein Erkelenz ein. Beim Frühjahrskonzert zeigte der Nachwuchs, wie atmosphärisch ein Blasorchester klingen kann.

Zwei Stunden sind nicht genug für das Jahreskonzert des städtischen Musikvereins Erkelenz, darin waren sich die vielen Zuhörer am Ende des Abends in der Stadthalle einig. Schon mit dem ersten Stück wurde dieser Wunsch nach mehr geweckt, vielleicht auch angeregt von seinem Titel: Mit "The World is not enough" von Don Black und David Arnold gelang den 58 Musikern des symphonischen Blasorchesters ein stilvoller und eleganter Anfang, ganz in der Manier des Protagonisten James Bond im gleichnamigen Kinofilm.

Geradezu abenteuerlustig musste das geneigte Publikum diesmal sein, denn zwar ging es wie in den Vorjahren unter der Leitung von Dirigent Jan von Hulten auf eine musikalische Reise, doch diese war getreu der Programmüberschrift "Nicht von dieser Welt": Zu den Planeten führte "Mars, the Bringer of War", eine Komposition von Gustav Holst. Moderator Andreas Lua bat die Zuhörer vorab, "nicht vom Stuhl zu fallen", denn das zweite Stück des Abends sei nicht nur dem Kriegsgott gewidmet, sondern: "Es klingt auch nach Krieg." Dieser turbulenten und nachdrücklichen Komposition folgte Bert Appermonts entspannteres, aber nicht weniger intensives Werk "Gulliver's Travels", das, von einer Piccoloflöte angeführt, in die Welt von Liliputanern, Riesen, fliegenden Inseln und Pferden lockte. Mit "The Age of Aquarius" spielte das Orchester das letzte Stück vor der Pause.

 

Musikverein

99 aktive Mitglieder zählt der Verein

1829 wurde der städtische Musikverein als Streichorchester gegründet. Mit den Jahren wurde daraus ein Blasorchester, heute zählt der Verein 99 aktive Mitglieder. Nachwuchsförderung ist wichtig: Die Bläserklasse durfte sogar das Konzert eröffnen. "Durch das Lernen am Instrument erfahren Kinder, wie man sich konzentriert und wie man im Team arbeitet", erklärt Jugendleiterin Friedline Ullmann.

 

Eva und Martin Jansen aus Erkelenz nutzten sie, um sich bei einem Glas Sekt auszutauschen. Während ihm manches Stück zu "abgehackt" klang, war sie vollauf begeistert und fand besonders Holsts Komposition sehr beeindruckend. Auf die zweite Hälfte freuten sich beide, genauso wie Nadine Zerlett. Die 22-Jährige war nur bei dem Konzert, um einer Freundin zuzuhören. Doch auch sie konnte überzeugt werden: "Nächstes Jahr komme ich gerne wieder." Dass das Konzert für die Musiker selbst einen besonderen Wert hat, erklärte Alena Ullmann: "Es ist eine super Gelegenheit für das Orchester, etwas zusammen zu erarbeiten und das Publikum zu begeistern." Mit dem poppigen "Rolling in the Deep" von Adele und anderen stimmungsvollen Stücken fing die Juniorband das Publikum wieder ein.

Das Blasorchester lud in der zweiten Hälfte zu einem Flug mit "Superman" und zum "Tanz der Vampire" ein. Die Ausschnitte aus dem Musical der Sherman-Brüder über das berühmte Kindermädchen "Mary Poppins" ließen in Londons Welt eintauchen. Der ausgelassene "Mambo" aus dem Musical "West Side Story" (die Kür für Percussion) und ein Arrangement aus Liedern der Comedian Harmonists als Zugaben beendeten den abwechslungsreichen Abend. Mit dem Turmfest von St. Lambertus am 14. Juli steht der Termin für den nächsten Auftritt des Musikvereins schon fest.

VON ANNE-KRISTINA ZIPPEL

(Rheinische Post 22.04.2013)

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