Mit einem Moment voller Gänsehaut

Beim Serenadenkonzert auf der Erkelenzer Burg dirigierte Norbert Brendt am frühen Sonntagabend das Orchester der Kreisvolkshochschule. Es gab für die Darbietungen viel Applaus.                                        rp-foto: jürgen laaser
Beim Serenadenkonzert auf der Erkelenzer Burg dirigierte Norbert Brendt am frühen Sonntagabend das Orchester der Kreisvolkshochschule. Es gab für die Darbietungen viel Applaus. rp-foto: jürgen laaser

Stets im Sommer wird auf die Erkelenzer Burg zum Serenadenkonzert eingeladen. Es spielten das Orchester der Kreismusikschule Heinsberg und das "Collegium musicum" der Volkshochschule. Der Cornelius-Burgh-Chor sang.

VON NATALIE URBIG

 

ERKELENZ Die Kulisse ist malerisch: Unter blauem Himmel, umgeben von den Erkelenzer Burgmauern, stimmt das Orchester "Collegium musicum" der Anton-Heinen-Volkshochschule den „Kaiserwal­zer" von Johann Strauß an. Es ist eine Melodie, die zum Tanzen auf­fordert, und auch Orchesterleiter Norbert Brendt prophezeit: "Viel­leicht wird es den einen oder ande­ren in den Beinen jucken mitzuma­chen." Getanzt wird zwar nicht im Innenhof der Burg, doch die Füße stillhalten kann kaum einer der 250 Zuhörer. Sie wippen im Takt und wiegen sich zu den Walzerklängen. Das sommerliche Serenadenkon­zert auf der Burg Erkelenz ist zu ei­ner Tradition geworden.

 

In diesem Jahr stellte das Orchester der Kreismusikschule Heinsberg unter der Leitung von Ernest Frissen sowie der Cornelius-Burgh-Chor und das "Collegium musicum" unter der Leitung von Norbert Brendt ein Pro­gramm zusammen, das zu einer Reise durch die verschiedenen Musikepochen einlud. Dabei wurde der Jubilar Richard Wagner ebenso be­dacht wie der hier weitgehend un­bekannte Komponist Antonio Cartellieri. Nur zwei seiner Stücke wurden einst öffentlich, andere Kompositionen blieben auf dem Papier verewigt. Eine von ihnen hat Norbert Brendt aus der handschriftlichen in die gedruckte Form gebracht, so dass die Zuhörer bei dem Serena­denkonzert in den Genuss eines bis­lang noch nicht aufgeführten Stücks kommen konnten.

Auch das "Konzert für Trompete und Orchester" von Johann Nepomuk Hummel barg eine Herausfor­derung für Solist Simon Brendt. Ur­sprünglich wurde es für eine Klap­pentrompete geschrieben - ein In­strument, das sich nie durchgesetzt hat. Die Tonart des Stücks musste im Nachhinein von E-Dur auf Es-Dur geändert werden. "Für Streicher ist das keine einfache Tonart", erklärte Norbert Brendt dem Publikum. Doch die Herausforderung hat sich gelohnt: Es gab viel Applaus für die Hummel-Interpretation.

Der Cornelius-Burgh-Chor begeisterte mit Werken aus dem Barock und der Romantik. "Wohlauf ihr Gäste", "Drei schöne Dinge fein" und "Sommerlied" passten sich gut der heiteren Atmosphäre des Sommerkonzerts an.

Mit zeitgenössischer Musik begeisterte das junge Sinfonieorchester der Kreismusikschule Heinsberg unter der Leitung von Ernest Frissen. Darunter "Music" von John Miles und der Filmsoundtrack "Pirates of the Caribbean". Beim letzten Stück teilten sich die beiden Orchester mit Bühne und Burginnenhof und stimmten "Titanic" an. Ein Moment voller Gänsehaut, bei dem der eine oder andere Zuschauer nicht herumkam, die Melodie von "My heart will go on" mitzusummen. Nach einem zweieinhalbstündigen Konzert dankte das Publikum mit viel Applaus.

 

SERENADENKONZERT

Beim Publikum begehrtes Konzert

 

Der Eintritt für das beliebte Serenadenkonzert ist frei.

Aus Sicherheitsgründen dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Gästen auf das Burggelände, und so war das Konzert schon lange vor Beginn restlos "ausverkauft".

 

(Rheinische Post vom 16.07.2013)

 

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