Sich kennenlernen durch Chorgesang

Russische Folklore in den Trachten ihrer alten Heimat wissen die Mitglieder des Rjabinuschka Frauenchores stilvoll zu interpretieren - oft wie hier mit Gastsolisten
Russische Folklore in den Trachten ihrer alten Heimat wissen die Mitglieder des Rjabinuschka Frauenchores stilvoll zu interpretieren - oft wie hier mit Gastsolisten

Erkelenz (RP). Der Rjabinuschka Frauenchor ist ein kulturelles Aushängeschild der aus der früheren Sowjetunion zugewanderten Menschen in Erkelenz. Jetzt feiert der Chor mit einem großen Konzert, flankiert von einer Ausstellung, 20-Jähriges.

VON IRIS BARTH

20 Jahre jung wird der Rjabinuschka Chor aus Erkelenz. Das nimmt der Chor zum Anlass, am Samstag, 21. September, ein Konzert mit besonderem Rahmenprogramm zu geben. Neben acht anderen Chören wird es bereits um 15 Uhr eine Einführung in die Aussiedlergeschichte mit Ausstellung geben. Russische Spezialitäten können die Besucher dazu in der Stadthalle kosten.

 

1992 waren die aus der ehemaligen Sowjetunion zugewanderten Menschen nach Erkelenz in eine ungewisse Zukunft ausgewandert. Die Betreuerin des Sozialamtes, Margret Fügener, hatte einen Treff organisiert zwischen den Aussiedlern, und aus diesem Kreis entstand der Chor mit Nadeshda Reder als Chorleiterin. "Lieder aus unserer Heimat singen wir, aber unser Repertoire umfasst viele Bereiche und viele Sprachen", erklärt sie während einer Probe im evangelischen Martin Luther Gemeindehaus.

 

Reder hat bereits in Russland einen Chor geleitet. Der erste Auftritt des Chores war im August 1992 im Lahey Park bei einem Lagerfeuer. Begleitet werden die über 15 Frauen von Willi Zache am Knopfakkordeon. "Ich bin vor zehn Jahren durch einen Zufall zum Chor gestoßen", erzählt der 64-Jährige. Der Chor habe in Grevenbroich einen Auftritt gehabt und dabei sei das Publikum gefragt worden, ob sich jemand vorstellen könne, den Chor musikalisch zu begleiten. Er war unter den Zuschauern und begleitete spontan den Chor mit seinem Akkordeon. "Und seitdem bin ich dabei", sagt er. In Russland hat er die Hochschule für Instrumentalisten besucht und dort den Abschluss als Dirigent fürs Volksorchester erworben. Er bearbeitet die Lieder für den Chor, was sehr viel Arbeit bedeutet, sagt Reder.

 

An diesem Abend präsentiert sich der Chor in roten und grünen Trachten, die die Frauen selbst genäht haben. Auf dem Kopf tragen sie eine Krone. "Rjabinuschka" bedeutet Eberesche oder auch Vogelbeerbaum.

 

Die Farben rot und grün des Baumes und der Trachten symbolisieren Liebe und Treue berichten Maria Karew und Minna Bersuch, beide Sängerinnen des Chores. Sie sind 1992 bis 1994 unter den Aussiedlern gewesen, die nach Erkelenz gekommen sind. Anfangs sei es schwierig gewesen, die Hemmungen und Vorurteile abzubauen. Doch die Stadt und Margret Fügener hätten die Familien begleitet und sehr unterstützt. "Wir sind hier angekommen und fühlen uns zuhause", sagen alle.

 

Das symbolisieren sie mit dem Lied "Mein Erkelenz", das von Reder und Zache verfasst wurde. Die Geschichte der Aussiedler lässt ein wenig erahnen, welchen Repressalien Russlanddeutsche in Russland ausgesetzt waren.

 

 

Foyer-Programm

 

Ausstellung über Aussiedler und Vortrag

 

Das Jubiläumskonzert findet am Samstag, 21. September, 16 Uhr, in der Stadthalle Erkelenz statt. Acht Chöre und der Städtische Musikverein machen mit. Der Eintritt ist frei.

 

Ausstellung Ab 15 Uhr ist die Ausstellung über die Geschichte der Aussiedler von der Landsmannschaft des Kreises Heinsberg zu sehen. Dazu gibt es auch einen Vortag. Zudem werden russische Spezialitäten angeboten.

 

(Rheinische Post 14.08.2013)

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