"Klänge der Freude" zum 170-jährigen Chorbestehen

Konzert des "Städtischen Männergesangvereins" zum Jubiläum. Zu Gast war der Velberter Frauenchor "Arion".

 

VON JESSICA BALLEER

 

ERKELENZ Einer gesamten Festwoche, wie sie zum 110-jährigen veranstaltet wurde, bedurfte es bei der Feier des "Städtischen Gesangvereins 1843 Erkelenz" nicht, um die Besucher des Jubiläumskonzertes in gute Stimmung zu versetzen. Vielmehr kann man den Festabend zum 170-jährigen Vereinsbestehen im katholischen Pfarrzentrum Erkelenz unter einem Motto sehen, mit dem sich die gesamte Stadt Erkelenz identifiziert Tradition und Fortschritt.

Echte Klassiker deutscher Chormusik wurden in der ersten Hälfte des Chorabends interpretiert. Die Männer des "Städtischen" eröffneten gemeinsam mit den Chorbrüdern der "MGV Concordia Lövenich 1848" den Abend. Traditionell wurde es mit "Die Ehre Gottes in der Natur" (Ludwig van Beethoven) oder dem "Matrosenchor" von Richard Wagner.

Dann übernahm der Gastchor "ARION" aus Velbert die Bühne. Die Frauen machten den Abend musikalisch und - dank farbenfroher Schals - auch farblich zu einer "bunten" Sache: Von "Heideröslein" über "What a wonderful World" wussten sie die musikalische Zeitreise von der Tradition in die Moderne zu gestalten. Helmut Misgaiski begleitete beide Chöre, die von Gabriele Köhler geleitet werden, am Klavier. Mit ihrem Engagement als erste weibliche Dirigentin in seiner Chorgeschichte brach der "Städtische"

mit alter Tradition - ein Bruch zugunsten von Gesangsqualität und eines moderneren Repertoires, wie sich herausstellte: Nach der Pause ging es deutlich unterhaltsamer weiter. In dem warmen Saal "kochte" tatsächlich die Stimmung zeitweise hoch, als unter den Augen des ehemaligen Dirigenten Wolfgang Beule neue Stücke wie "Sing mit mir", "Spanish Eyes" oder "Hello Dolly" vom Publikum beklatscht wurden. Ein wichtiger Fortschritt findet Köhler: Sie wünscht sich, dass "mehr junge Leute die musikalische Quatität in Chören erkennen, ihr Leben durch Musik bereichern".

Mit Anekdoten führte sie durch den Abend.

Ihr Zitat von Wagner "das älteste, ehrlichste und schönste Organ der Musik ist die menschliche Stimme", machte deuflich, was an diesem Festabend wirklich wichtig war. Der Höhepunkt wurde wie erhofft am Ende erreicht, als in Anlehnung an die "Night of the Proms" Edward Elgars Hymne "Klänge der Freude" mit voller Stimmkraft der Männer und Frauen mehrstimmig interpretiert wurde.

Günter Hoffmann zog ein positives Fazit: "Wir sind sehr glücklich mit dem Abend und dem tollen Publikum," sagte der 1. Vorsitzende des "Städtischen".

Traditionellen Erkelenzer "Urkorn" übergab er noch an die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Peter Jansen. "Die Vereinsvielfalt soll so lange wie möglich bewahrt werden. Gerade die Gesangvereine beireichern unser kulturelles Leben." sagte Jansen.

Im Anschluss ging die Feier für die Sängerinnen und Sänger in der Oerather Mühle weiter. Anlass zur Hoffnung gab dieser Abend auch Konrad Reinhardt, der seit über 50 Jahren Mitglied ist. "Der Chor wird sich wieder erholen", meint er. Doch fortschrittlich muss es weitergehen, neue Gesichter müssen kommen, so dass der zweitälteste Erkelenzer Verein als Gemeinschaft mit Lövenich auch zukünftig existieren wird und die Freude an der Musik teilen kann.

(Rheinische Post 22.10.2013)

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