Abendmusik in Baal: einfühlsame Interpretationen

Annette Wagner leitete ihr erstes großes Kirchenkonzert in neuer Funktion als hauptamtliche Kantorin. Für die ökumenische Komponente sorgte der katholische Kantor Stefan Emanuel Knauer (r.) als Orgelbegleiter und Solist. RP-FOTO: JüRGEN LAASER
Annette Wagner leitete ihr erstes großes Kirchenkonzert in neuer Funktion als hauptamtliche Kantorin. Für die ökumenische Komponente sorgte der katholische Kantor Stefan Emanuel Knauer (r.) als Orgelbegleiter und Solist. RP-FOTO: JüRGEN LAASER

Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz mit Orchesterbegleitung begeistert beim Kirchenkonzert

 

VON NICOLE PETERS

 

Hückelhoven Seit 1. April ist Annette Wagner fest angestellte Kantorin in der Evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz, die der Kirchenmusik einen wichtigen Stellenwert beimisst. Ein Jahr zuvor war sie schon vertretungsweise in der Gemeinde tätig gewesen. Für ihr erstes großes Konzert hatte sie zwei Termine angesetzt: In Erkelenz und in Baal führte sie mit dem Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz in Begleitung des Kammerorchesters der Niederrheinischen Symphoniker sowie von Stefan Emanuel Knauer an der Orgel Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Georg Friedrich Händel auf.

In wechselnden Konstellationen traten die Akteure in der Evangelischen Kirche Baal in Erscheinung:

In rein instrumentaler Besetzung, als Orchester mit Chor und Solisten oder solistisch wussten sie die Zuhörer zu begeistern. Gesangssolisten waren Sophia Theodorides (Sopran), Andrea Keden (Alt), Leonard Reso (Tenor) und Andreas Post (Bass).

Als ein Hauptwerk an diesem Abend ist die Messe "Missa brevis in B, KV 275" für Chor, Soli und Orchester zu erwähnen. Diese hat Mozart im Jahr 1777 noch im Dienst des Salzburger Erzbischofs komponiert.

Die Erstaufführung wird für den vierten Advent 1777 in St. Peter in Salzburg vermutet.

Obwohl sie eine echte Missa brevis ist, ist sie länger als andere vergleichbare Messen von Mozart. Kompositorisch wird ihr ein hohes Niveau zugeschrieben. Im "Konzert in B-Dur für Orgel und Orchester, HWV 294, op. 4/6" von Georg Friedrich Händel kamen Orgel und Orchester, die in diesem Stück weitgehend gleichberechtigt aufspielten, sehr schön zur Geltung. Das Konzert ist ein seltenes Beispiel für ein dreisätziges Werk im Schaffen Händels. Die stimmungsvoll vorgetragene Choralkantate "Verleih uns Frie-

den" von Felix Mendelssohn-Bartholdy bildete den gelungenen Schlusspunkt hinter dem Gesamtvortrag. Martin Luther hatte im Jahr 1529 nach der Antiphon "Da pacem domine" aus dem 9. Jahrhundert einen Cholal komponiert, der so zeitlos und universell ist, dass er von vielen Komponisten aufgegriffen

wurde. Mendelssohns Beschäftigung mit den Kantaten Johann Sebastian Bachs führte zur Komposition sechs eigener Choralkantaten, von denen "Verleih uns Frieden" im Jahr 1831 als Reaktion auf das unruhige Karnevalstreiben in Italien entstanden ist. Allerdings versah Mendelssohn Luthers Text mit einer anderen, ebenfalls eindrucksvollen Melodie.

Das Publikum bedachte die Aufführung am Volkstrauertag mit viel Applaus und bekam eine Zugabe.

(Rheinische Post 19.11.2013)

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