Singende Geschichtenerzähler

Der gastgebende MGV Lätitia Hasselsweiler gibt sich betonte kreativ und zukunftsorientiert. Foto: Jagodzinska
Der gastgebende MGV Lätitia Hasselsweiler gibt sich betonte kreativ und zukunftsorientiert. Foto: Jagodzinska

Der Männergesangverein Lätitia Hasselsweìler geht einen ungewöhnlichen Weg. Genreübergreifende Stückeauswahl, dazu werden stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen auf die Leinwand projiziert.

Hasselsweiler. "Das Ziel ist, den Männergesang ein Stück zu verändern." So gab Helmut Lieven, Vorsitzender des MGV Lätitia Hasselsweiler, bei seiner Begrüßung zur dritten Auflage der "Musikbühne" in der Bürgerhalle die Richtung vor. "Das ist nicht einfach: Junge Leute - Texte - Zeitaufwand", gab Lieven weitere Stichpunkte. Für den musikalischen Abend versprach er: Musik, Klänge, Improvisationen, Chorgesang, Schola und vor allem Emotionen.

Der "Lätitia" hielt Wort: Mit einem Mix asu Melancholie und Frohsinn, neu arrangierten Chorsätzen und Stücken aus der FDeder des "schon sehr speziellen" Chorleiteters Ralph Over bot der Männerchor seinem Publikum ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Repertoire.

Träumerisch, mit getragenen Melodien, ging es in der ersten Konzerthälfte zu. Poetisch startete der Gastgeber mit "Morgenrot" während das Licht auf der Bühne langsam heller gedreht wurde.

Luftaufnahmen von Irland und Schottland auf großformatigen Leinwänden begleiteten "Greensleaves".

An die romantische Verträumtheit knüpfte Nachwuchs-Klaviersolistin Katia Schoeller nahtlos an. Impressionen von Naturgewalten und bewusst rückwärts eingespielten Wasserfällen bildeten den Rahmen für ihr ansprechendes Instrumental.

Klirrendes Glas

Religiös-besinnlich übernahm der MGV wieder das Repertoire mit "Horch". Kleine Anekdote am Rande: Die Glühlampe auf dem Klavier von Ralph Over platzte plötzlich bei diesem Liedvortrag. Wie der Pianist später Augenzwinkernd bemerkte, wollte der MGV die 17 Sopranistinnen toppen, die schon "weltweit ein Glas kaputtgesungen haben".

Das erstklassige Over-Stück "Du bist die Hoffnung" wurde von einem äußerst rhythmischen Klavierduett mit Over und Schoeller und floralen Hoffnungsbildern umrahmt. Wind über einem Rapsfeld veranschaulichte den Beitrag "Frühlingswind".

In die Pause verabschiedeten sich die stimmgewaltigen Männer mit der Eigenkomposition “Sommernacht”, die mit der Frage endete “Wo ist mein Bier?”

In englischer Sprache interpretierte der Männerchor “Love me Tender”. Die neu gegründete Schola übernahm den Liederreigen mit der Metallica-Ballade “And Nothing Else Matters”, arrangiert im klangvollen Wechsel einfühlsamer und temperamentvoller Passagen. Kreativ zeigte sich im Anschluss ein junges Sängertrio mit dem sarkastisch anmutenden modernen Sprechbeitrag “Jaenette”. Sebastian Orthmann ließ ein weiteres Klavier-Solo folgen. Auf eine Sprech-Reflektion zu der Frage “Wer motiviert eigentlich mich?” von Ralph Over interpretierte der MGV “Stau”, ein Stück mit Rapp-Tendenzen.

Mit “Abendfrieden” wurde die Stimmung plötzlich wieder besinnlicher das Bühnenlicht langsam heruntergefahren. Bevor der ausdrücklich zu angenehmen nachbereitenden Gesprächen einlud, durfte eine Zugabe nicht fehlen: Das zweistimmige und mer schleppender werdende Lied „Ein Bier“ im vollen Bùhnenlicht mit dem flottem Refrain „Wir trinken mit Freuden ein Bier und stehen vereint an der Theke".

„Es geht darum, Geschichten zu erzählen, die im Kopf bleiben, aus traditionellen und neuen Chorliedern“, fasste Lieven zusammen. „Ich bin davon überzeugt, dass Männerchorgesang in dieser Form eine Zukunft hat“, gab er sich zuversichtlich. Dass der neu beschrittene Weg der richtige ist, bestätigten die Zuhörer mit anhaltendem kräftigen Applaus.

Wie immer kommt bei der Musikbühne die: Gemeinnützigkeit nicht zu kurz: Ein Drittel des Eintrittsgeldes kommt einem Jugendmusikprojekt in der Gemeinde Titz zugute. (Ptj)

(Aachener Zeitung 30. Oktober 2013)

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