Serie O Du Fröhliche – Vorfreude Auf Weihnachten

Musizieren in der Runde – im Weihnachtskonzert hebt das die Stimmung aller Beteiligten (hier im Weseler Dom). Foto: Bomans
Musizieren in der Runde – im Weihnachtskonzert hebt das die Stimmung aller Beteiligten (hier im Weseler Dom). Foto: Bomans

Warum das Singen unser Herz wärmt

 

Von Wolfram Goertz

 

Zu Weihnachten gehen viele Menschen, die sonst kaum singen, aus sich heraus. Mancher könnte aber eine Auffrischung seiner Weihnachtslied-Kompetenz vertragen. Die RP bietet Hilfe: eine öffentliche Chorprobe mit ihrem Musikredakteur.

Nun singet und seid froh, heißt es so schön im Lied "In dulci jubilo" – und in der Tat gibt es kaum intensivere Momente des kollektiven Hochgefühls, als wenn in der Christmette die ganze Kirche "Stille Nacht, heilige Nacht" aus voller Brust schmettert. Der Mensch als Gelegenheitssänger erwischt sich dann dabei, dass er wider Erwarten als Überzeugungstäter auftritt. Selbst Mundfaule, die stets eine angebliche Mundfäule vorschieben, wenn sie zum Singen eingeladen werden, reißen die Lippen auseinander, trauen sich etwas – und plötzlich klappt's auch mit dem Nachbarn. Sah der vor der Messe nicht grimmig aus, als man in seiner Reihe Platz nahm? Jetzt guckt er traulich und strahlt einen an. Ist denn heut scho' Weihnachten? Ja, man merkt es am Gesang.

Trotzdem gibt es viele jüngere Kirchgänger, denen man ein Defizit in der Weihnachtslied-Kompetenz anhört. Jenseits der wenigen Schlager, die jeder kennt (neben dem "Stille Nacht"-Evergreen noch "Zu Bethlehem geboren", "Nun freut euch, ihr Christen" oder "O du fröhliche") herrschen Achselzucken und Verlegenheit. Wer beherrscht denn "Freu dich, Erd und Sternenzelt" oder "Ihr Hirten, erwacht"? Schon in der Adventszeit hat sich das vokale Vakuum angekündigt, und mancher Organist traut sich schon gar nicht, die schönsten Lieder im Gottesdienst singen zu lassen, etwa "Maria durch ein Dornwald ging" oder das gregorianisch angehauchte "Gott, heilger Schöpfer aller Stern". Vermutlich ist es gar keine Singeunlust, sondern eine allenfalls geringfügige vokale Indisposition, die sich effektiv behandeln lässt.

Am besten durchs aktive Singen selbst: Die Rheinische Post bietet ihren Lesern einen unterhaltsamen und lehrreichen Weihnachtslieder-Abend am Mittwoch, 18. Dezember, bei dem die wichtigsten Weisen für die Mette und die Tage danach trainiert werden sollen. Das soll nicht nur Spaß machen, sondern auch dem höheren Zweck der Musik, der Erbauung sowie der Gottgefälligkeit, dienen. Und wie kommt es, dass das Singen unser Herz so wärmt? Es ist ein Vorgang, der mit Vertrautheit zu tun hat, mit guter Tradition, die uns an sehr liebe alte Zeiten erinnert. Wer singt, wird von Glückshormonen durchflutet – auch oder gerade zu Weihnachten.

(Rheinische Post 06.12.2013)

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