Professor Norbert Brendt: Stabübergabe mit gutem Gefühl

Norbert Brendt bei einer gemeinsamen Probe mit Collegium Musicum und Cornelius-Burgh-Chor     RP-FOTO: LAASER(ARCHIV)
Norbert Brendt bei einer gemeinsamen Probe mit Collegium Musicum und Cornelius-Burgh-Chor RP-FOTO: LAASER(ARCHIV)

Nach über 30 Jahren nimmt Brendt als Leiter von Cornelius-Burgh-Chor und Collegium Musicum Abschied. Nachfolger bestimmt.

von Angelika Hahn

 

ERKELENZ Das Meisterkonzert der Volkshochschule in der Erkelenzer Stadthalle am Montag wird der gebührend festliche Rahmen für einen besonderen Anlass: Professor Dr. Norbert Brendt leitet zum letzten Mal den Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, den er seit der Gründung 1983 führt. Dargeboten wird wie berichtet “Der Messias” von Georg Friedrich Händel mit dem Chor, Solisten und der Camerata Instrumentale der Niederrheinischen Sinfoniker.

Zwei Wochen später nimmt Brendt dann beim traditionellen Gedächtniskonzert an Anton Heinen in Rickelrath Abschied vom Collegium Musicum der VHS, das er ebenfalls seit mehr als drei Jahrzehnten leitet.

Schon seit längerem trug sich der 72-jährige frühere Lehrer am Cornelius-Burgh-Gymasium und Musikhochschuldozent mit dem Gedanken, sich zurückzuziehen. Aber ein möglicher Nachfolger war lange Zeit nicht in Sicht. Kein Wunder. Brendt hat als leidenschaftlicher Chor- und Orchesterleiter die bei den Amateur-Ensembles gleichsam ehrenamtlich mit viel Herzblut aufgebaut und zu höchst respektablem Niveau entwickelt. Unter anderem etliche große Oratorien-Projekte in den vergangenen Jahren - dreimal im Rahmen der Meisterkonzerte - legten Zeugnis davon ab, ebenso diverse Plattenaufnahmen wie erst im vergangenen Jahr die CD zum Chorjubiläum.

Erleichtert und zufrieden verriet Brendt jetzt im RP-Gespräch, dass zwei Nachfolger für ihn gefunden sind. Mit Reinhold Richter, Kantor an St. Helena in Mönchengladbach-Rheindahlen, für den Cornelius-Burgh-Chor und Ernest Frissen fürs Collegium Musicum werden zwei erfahrene und in der Region bekannte Musiker die Ensembles leiten.

Richter machte sich an St. Helena überregional mit einem anspruchsvollen Musikprogramm und Projekten in Verbindung mit namhaften Gastsolisten einen Namen und konzertierte mehrfach auch im Erkelenzer Land als Orgel

künstler und Pianist. Der Niederländer Ernest Frissen ist im Erkelenzer Land bekannt als Dozent und Orchesterleiter bei der Kreismusikschule, leitet aber auch eigene Ensembles. Nächste Woche werde sich Richter dem Chor offiziell vorstellen, sagte Brendt, der jetzt nach eigenem Bekunden ohne Wehmut ausscheidet.

Brendt: „Beide Ensembles haben gute Strukturen, um sich auch in Zukunft weiterzuentwickeln. Und die meisten haben mir versichert, dass sie bei der Stange bleiben wollen." Brendt findet es „ganz selbstverständlich", dass seine Nachfolger sicher auch neue Akzente setzen werden. „Ich werde mich da auch im Hintergrund nicht einmischen. sondern nur besonders interessierter Zuhörer bei den Konzerten sein". verspricht der 72-Jährige. Dass ihm ab März zu Hause die Decke auf den Kopf fallen wird, glaubt er indessen nicht. Die Musik wird im „echten“ Ruhestand weiter ein wichtige Rolle spielen. So will Brendt seinem Interesse an der Erforschung zu Unrecht in Vergessenheit geratener Komponisten weiter nachgehen, zu denen ja bis in der 1950er Jahre auch Cornelius Burgh (1590-1638) gehörte. Weiter angehören wird Brendt auch musikwissenschaftlichen Prüfungskommissionen an der Universität Köln.

 

TERMIN

 

VHS-Meisterkonzert: „Der Messias“

 

Cornellus-Burgh-Chor Der Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande wurde in Erinnerung an den gleichnamigen Kantor gegründet, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Erkelenz wirkte.

Konzert Händels Oratorium „Der Messias" wird am Montag, 13. Januar, 20 Uhr. In der Stadthalle aufgeführt. Ausführende Cornelius Burgh-Chor. Solisten und die Camerata Instrumentale.

 

(Rheinische Post, 10.01.2014)

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