"Messias" im Meisterkonzert musiziert

Die Instrumentalisten aus Mönchengladbach und die Sänger aus Erkelenz harmonierten sehr gut.
Die Instrumentalisten aus Mönchengladbach und die Sänger aus Erkelenz harmonierten sehr gut.

Der Cornelius-Burgh-Chor gestaltete in der Stadthalle das Meisterkonzert der Saison und erhielt dafür viel Applaus.

 

VON ANGELA WILM-ADRIANS

 

ERKELENZ Acht Tage vor seinem Tod dirigierte Händel mit "Der Messias" sein letztes eigenes Werk, das der Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande unterstützt von Solisten und der Camerata Gladbach in der sehr gut besuchten Erkelenzer Stadthalle aufführte. Unter Professor Dr. Norbert Brendts Gesamtleitung gelang eine musikalisch stimmige Aufführung des Oratoriums, das in drei Teilen die christliche Heilsgeschichte erzählt.

Mit Händels geistlichem Werk servierte der Erkelenzer Chor das fünfte von sieben Meisterkonzerten der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg in der aktuellen Saison. Der Chor zeigte sich gut vorbereitet und überzeugte in homogener Geschlossenheit. Anmutig und einfühlsam gelangen etwa die nachfolgenden Einsätze und das freudige Verschmelzen der Stimmen zum Chorsatz “Denn es ist uns ein Kind geboren”. Sängerinnen und Sänger betonten ausdrucksvoll die emphatischen Worte “Wunderbar” und “Herrlicher” und kristallisierten so die Freude über die Geburt Christi anschauhlich heraus. Einzig in einigen Steigerungen hätten sie im ersten Teil stärker aus sich heraus gehen können.

Einfühlsam leitete der Cornelius-Burgh-Chor zum “Seht an das Gotteslamm” den zweiten Teil zu Passion und Auferstehung ein. Konzentriert meisterte er während des Abends musikalische Umschwünge, wechselte geschlossen von ruhigen zu zügigen Tempi, vom ernsten

Ausdruck zur vertrauensvoll freudigen Erwartung. Im freudig ausgeschmückten “Amen” beschloss der Chor zum lebendigen Orchesterspiel das Werk.

Die Solisten waren gut gewählt: Sopranistin Taryn Knerr ließ ihre schöne Stimme in leuchtenden Höhen kristallklar erstrahlen, verstand es, sanft abzuschatten und atmosphärisch dicht zu gestalten. Vertrauende Ruhe legte sich in das sensibel angelegte “Ich weiß, dass mein Erlöser lebet” zu Beginn des dritten Teils zur Erlösung. Konzertmeisterin Johanna Brinkmann antwortete im feinen Cantabile des Geigenspiels, während Cellist Thomas Schmidt und Kirchenmusikdirektor Udo Witt am Cembalo den innigen Instrumentalpart zu dieser Arie delikat abrundeten. In berührender Intensität interpretierte Christina Bock die Arie “Er ward verschmäht und verachtet”. Die Sängerin des Staatstheaters Karlsruhe gestaltete ihre Auftritte mit warm timbrierter Stimme.

Tenor Stephan Scherpe überzeugte in klar verständlicher Artikulation der Texte, entfaltete Arien und Rezitative intonationsrein und ausdrucksvoll. Thomas Peter bestach mit kraftvoller und gestaltungsfreudiger Bassstimme, bewährte sich aber ebenso in verhalten ruhig klingenden Partien mit feinem Timbre.

Das Orchester aus der Nachbarstadt Mönchengladbach schließlich musizierte farbig, in angemessener Zurückhaltung die Begleitung und im aufblühenden Spiel die instrumentalen Intermezzi. Für den herzlichen Beifall dankten die Akteure mit der Zugabe des “Halleluja” aus dem berühmtesten Satz des Oratoriums.

 

CHORGESCHICHTE

Cornelius-Burgh-Chor im 31. Jahr seines Bestehens

Chor Der Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande wurde 1983 in Erinnerung an den gleichnamigen Kantor, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Erkelenz wirkte, gegründet.

Leiter Prof. Dr. Norbert Brendt war bis zur Pensionierung Lehrer am Cornelius-Burgh-Gymnasium und Honorarprofessor an der Musikhochschule Köln. Seit 1983 leitet er den Chor und seit 1982 das Collegium Musicum der Volkshochschule.

 

(Rheinische Post 15.01.2014)

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