Reinhold Richter gibt nun den Takt vor

Von Mario Emonds

 

Erkelenz Vergangenen Mittwoch ging für den Cornelius-Burgh-Chor eine Ära zu Ende: Da gab Prof. Dr. Norbert Brendt nach über 30 Jahren den Dirigentenstab an Reinhold Richter weiter. Die folgende Probe leitete schon der Rheindahlener.

Reinhold Richter dirigiert ab sofort den Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande. Der Mönchengladbacher Kantor übernahm das Amt vom Gründungsdirigenten Professor Dr. Norbert Brendt. RP-FOTO: JÜRGEN LAASER

Einen netten historischen Brückenschlag bei der Vorstellung des neuen Leiters des Cornelius-Burgh-Chors hatte sich dessen Sprecher Robert Klein ausgedacht: den Orgelkontrakt von Rheindahlen aus dem Jahr 1633. "Der räumte dem Erkelenzer Organisten Cornelius Burgh eine bedeutende Rolle beim Bau und der abschließenden Begutachtung einer neuen Orgel ein", erläuterte Klein. Das passt deswegen haargenau, weil der neue Leiter Reinhold Richter aus Rheindahlen kommt – seit 1982 wirkt der 57-jährige gebürtige Lüneburger als Kantor und Chorleiter an der ebenso traditionsreichen wie großen Pfarre St. Helena Rheindahlen.

 

Richter nahm Kleins Spielball gerne auf. "Im Unterschied zu Cornelius Burgh werde ich aber nach den Proben und Auftritten immer nach Rheindahlen zurückfahren", kündigte er schmunzelnd an. Vor allem mittwochs wird er das tun – dann findet jeweils die Chorprobe in der Leonhardskapelle statt. Sein erster öffentlicher Auftritt wird Ende Juni das traditionelle Serenadenkonzert des Chors auf der Burg sein.

 

Erstmals leitete Richter die Probe am Mittwoch, nachdem ihm der bislang einzige Leiter, Prof. Dr. Norbert Brendt, den Dirigentenstab weitergereicht hatte. Reinreden wolle er seinem Nachfolger in keinster Weise, versicherte Brendt glaubwürdig. "Ich kann loslassen, wollte ja auch aufhören", bekräftigte der Musiker. Dazu hat er sich auch intensiv an der Suche nach dem Nachfolger beteiligt. "Gebührend verabschiedet wird er am 12. März", kündigte Günther Merkens an, Vorsitzender des Heimatvereins.

 

Dass er mit der Leitung des Cornelius-Burgh-Chors in gewisser Weise Neuland betrete, verriet Richter: "Erstmals in meinem Leben übernehme ich einen freien Chor." Möglich sei dies nur, da er seit 2007 etwas zeitlichen Freiraum habe. Da wurde das Aachener Gregorius-Haus, die Katholische Hochschule für Kirchenmusik, geschlossen. 20 Jahre lang war er dort Dozent für künstlerisches Orgelspiel.

 

In Erkelenz ist nun aber weniger seine Virtuosität auf der Königin der Instrumente gefragt – da stehen seine Qualitäten als Chorleiter im Mittelpunkt. Worauf er dabei Wert legt, erklärte er auf Nachfrage zunächst lakonisch: "Ich arbeite sehr gerne." Was er dann präzisierte: "Meine Devise lautet: ,Wo eine Note ist, ist noch keine Musik'. Das heißt, dass nicht nur das Singen der richtigen Töne ein Musikwerk ausmacht." Dafür wolle er seine Begeisterung auf die Chormitglieder übertragen. Und für jede Probe kündigte er ein ausgedehntes Einsingen an. "Mindestens 15 Minuten. Ein Sänger ist wie ein Sportler: Auch der muss sich ja vernünftig aufwärmen."

 

Inhaltlich schwebt Richter für die zweite Jahreshälfte das Einüben eines geistlichen Programms vor – darunter eine A-cappella-Messe von Richard Strauss. "Die ist sehr unbekannt." Was der versierte Kenner Norbert Brendt nur bestätigen konnte. "Die kenne sogar ich nicht", räumte er in der ihm eigenen Hemdsärmeligkeit, die ihn bei aller Klasse stets ausgezeichnet hat, frank und frei ein. Und fügte, ganz Pragmatiker, sehr aufgeräumt hinzu: "Ich freue mich sehr, dass mein Nachfolger die Chortradition, auch unbekannte Werke aufzuführen, fortsetzen wird."

 

RUND UM DEN CHOR

Neue Mitglieder gesucht, mittwochs wird geprobt

Geschichte Der Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande wurde 1983 in Erinnerung an den gleichnamigen Kantor, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Erkelenz wirkte, gegründet. Seitdem hat ihn Prof. Dr. Norbert Brendt geleitet – bis zum vergangenen Mittwoch.

Aktuell Der Chor hat rund 50 Mitglieder, von denen aber einige nun aufhören. Von daher werden neue Mitglieder gesucht. "Auch Anfänger sind willkommen", sagt Chorsprecher Robert Klein. Interessenten können sich bei ihm melden – telefonisch unter 02431 8055636 oder

per E-Mail an rowi.klein@t-online.de.

Proben Die Proben finden jeweils mittwochs ab 20 Uhr in der Leonhardskapelle statt.

 

(Rheinische Post 25.01.2014)

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