Der neue Dirigent vereint die Klänge

Tobias Liedtke ist neuer Dirigent des Städtischen Musikvereins Erkelenz. Er formt mit den rund 70 Musikern des Orchesters aus einzelnen Puzzlestücken ein großes wohlklingendes Ganzes. RP-FOTO: Renate Resch-Rüffer
Tobias Liedtke ist neuer Dirigent des Städtischen Musikvereins Erkelenz. Er formt mit den rund 70 Musikern des Orchesters aus einzelnen Puzzlestücken ein großes wohlklingendes Ganzes. RP-FOTO: Renate Resch-Rüffer

Von Renate Resch-Rüffer

 

Erkelenz Tobias Liedtke dirigiert mit viel Elan und Engagement den Städtischen Musikverein Erkelenz. Für den neuen Dirigenten besteht die Herausforderung darin, das große Orchester möglichst harmonisch zusammenspielen zu lassen.

Der Klang einzelner Instrumente, die Bruchstücke von Orchesterstimmen spielen, empfangen den Besucher beim Betreten der Pestalozzischule. Dort findet eine Probe des Städtischen Musikvereins Erkelenz statt. Seit Oktober vergangenen Jahres spielen die Musiker unter der Leitung des neuen Dirigenten Tobias Liedtke.

Im Halbkreis sitzen die Blechbläser und etwas abgesetzt die Schlaginstrumente im Raum. Vorne, im Mittelpunkt, steht der neue Dirigent. Er leitet die Musiker zielstrebig durch die Partitur. Mit "und los" lässt er einzelne Instrumente getrennt oder zusammen verschiedene Passagen spielen, so lange, bis ein harmonisches Zusammenspiel, der richtige Schlag der Rhythmusinstrumente und der korrekte Einsatz der Stimmen das Stück zu einem Gesamtwerk werden lassen.

 

Tobias Liedtke ist es, der aus einzelnen Puzzlestücken ein großes und wohlklingendes Ganzes formt. Mit rund 70 Musikerinnen und Musikern ist das Erkelenzer Orchester ein großer Klangkörper. Es ist mit allen Instrumenten besetzt, was eine bemerkenswerte Vielfarbigkeit im Klang erzeugt. Die Art, wie die Instrumente im Raum aufgestellt sind, lässt den Blickkontakt der einzelnen Musiker zu. Für den Dirigenten besteht die Herausforderung darin, das große Blasorchester so durchsichtig und harmonisch zusammenspielen zu lassen, als ob lediglich eine einstellige Zahl an Musikern musizieren würde.

 

Das Altersspektrum der Musiker ist breitgefächert. Es finden sich sowohl Schüler als auch Rentner unter ihnen. Über Nachwuchsprobleme kann sich das Orchester momentan nicht beklagen. Das, obwohl für die Qualifikation zum Mitspielen zunächst die Prüfungen im Vor- und Jugendorchester abgelegt werden müssen. Manche Kinder schaffen das erstaunlich schnell, der Kern der Jugendlichen jedoch ist zwischen 14 und 16 Jahre alt.

 

Einmal pro Woche treffen sich alle zur Probe, zwei Stunden lang. Um sich auf Konzerte vorzubereiten, werden zusätzlich außerordentliche Proben angesetzt. Momentan wird für das nächste Konzert, das Anfang Mai mit Blick auf die deutsch-französische Städtepartnerschaft mit Saint-James stattfindet, geprobt. An Pfingsten wird das Orchester auch in die Partnerstadt in der Bretagne fahren, um ein Konzert zu geben.

 

Der aus Essen kommende Dirigent, dessen erstes Konzert in Erkelenz das Adventskonzert des Städtischen Musikvereins in St. Lambertus war, hat seinen Lebensmittelpunkt jüngst nach Krefeld verlegt, da sein Schaffensumfeld nun am Niederrhein liegt. Seit August 2012 leitet er bereits das Symphonische Blasorchester "Brass in Concert" in Mönchengladbach. Im Januar übernahm er zusätzlich das Blasorchester Nieukerk und die Leitung einer Big Band.

 

Wohin ihn sein Weg in Erkelenz führt, ist noch nicht sichtbar, dazu ist er erst zu kurz beim Orchester. Noch ist die Struktur nicht klar erkennbar, wird an der Planung und an Projekten gearbeitet. Der nächste Schritt sind die Konzerte, für die jetzt geprobt wird, und die dem Publikum einen Ausschnitt aus seiner Arbeit zeigen werden.

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Zur Person

Der neue Dirigent Tobias Liedtke

Vor Erkelenz Liedtke studierte in Essen und Köln und spielte als Solohornist im Philharmonischen Orchester Hagen und Dortmund sowie bei den Bochumer Symphonikern. Nach einem Studium des Blasorchesterdirigats in Den Haag und klassischen Dirigats in Dortmund und Luzern leitete er, bevor er nach Erkelenz kam, das Symphonische Blasorchester Essen und die Jugendmusik Havixbeck.

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(Rheinische Post 29.01.2014)

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