Einfühlsam betont und fein nuanciert serviert

Das Gesangensemble Ars Choralis gastierte in der Pfarrkirche St. Lambertus      RP-FOTO: RENATE RESCH_RÜFFER
Das Gesangensemble Ars Choralis gastierte in der Pfarrkirche St. Lambertus RP-FOTO: RENATE RESCH_RÜFFER

Mittelalterliche Marienlieder erklangen in der Pfarrkirche St. Lambertus.

Zu Gast war das Ensemble Ars Choralis Coeln.

 

VON ANGELA WILMS-ADRIAN

 

ERKELENZ Vom sanften Licht brennender Kerzen erleuchtet bot der restaurierte Marienleuchter in der Erkelenzer Pfarrkirche St. Lambertus den idealen Blickpunkt zum Konzert des Gesangsensembles Ars Choralis Coeln.

Dieses Ensemble gastierte nun auf Einladung des Heimatvereins der Erkelenzer Lande und der Kirchenmusik an St. Lambertus im Marienmonat Mai mit mittelalterlichen Marienliedern.

Die delikaten und fein nuancierten Darbietungen, a capella und zur Begleitung des Instrumentalensembles Ala Aurea serviert, begeisterten in einer feinen Mischung meditativer und freudiger Ausdrucksmomente.

Pastor Werner Rombach hatte zuvor in seiner Begrüßung gebeten, den aufwendig restaurierten mittelalterlichen Marienleuchter der Pfarrkirche und insbesondere dessen Engel genauer zu betrachten. Denn bei diesen seien ähnliche Instrumente zu entdecken wie bei den Gästen.

Zu einem Lied sammelten sich die Sängerinnen in kreisförmiger Formation unter dem Marienleuchter und betonten einfühlsam den innigen Bezug zum sakralen Kunstwerk vor Ort.

Das Programm verriet, dass der Konzerttitel "Les Maries du Rhin" der bildenden Kunst entlehnt sei und auf rheinländische Madonnen aus dem 13. und 14. Jahrhundert verweise. Charakteristisch für diese Darstellungen der Gottesmutter ist ein selig lächelnder Gesichtsausdruck. Ein solches Lächeln schien auch über dem Konzert zu liegen.

Die intonationsreinen Darbietungen und die darin schwingende große Klarheit sowie eine stets feine Nuancierung luden zur inneren Ruhe ein und erstrahlten dennoch in berührender Lebendigkeit.

Auf dem Programm standen Lieder aus dem 9. bis 15. Jahrhundert aus der Region vom Oberrhein bis in die Niederlande. Die Auswahl war den beiden Handschriften "Liederbuch der Anna von Köln" und der sogenannten Berliner Handschrift 190 entnommen. Ein Glöckchen klingelte sanft, bündelte sanft die Aufmerksamkeit, ehe Ars Choralis Coeln das Konzert im Rücken der Besucher im behutsam differenzierten Vortrag eröffnete.

Einsetzen des Schlagwerks mit kräftigen rhythmischen Schlägen, wechselte der Chor zum freudigen Ausdruck und zog von den Instrumentalisten unterstützt singend zum Chorraum.

In lateinischer, niederrheinischer und niederländischer, Sprache entfalteten die Sängerinnen um Maria Jonas die mittelalterlichen Marienlieder mit großem Gespür für deren Spiritualität. Sie überzeugten solistisch und im kunstvollen Gewebe der Stimmen.

Das helle Klingen der Glocken, Harfe und Flöte garantierten eine sachte Begleitung.

Fidel und Schlagwerk setzten auch muntere, fröhliche Akzente und unterstützten mitunter gar eine tänzerisch anmutende Leichtigkeit. Die Besucher hatten gespürt, dass Zwischenbeifall stören würde.

Doch nachdem sich Ars Choralis Coeln und Ala Aurea mit einer singenden und klingenden prozession durch die Kirche verabschiedet hatten, erhoben sich alle zum begeisterten Beifall von den dem Plätzen.

(Rheinische Post 13.05.2014)

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