Klassik und Jazz anregend vereint

Pianisten, Orchester und Big-Band - junge Musiker begeisterten in "Classics in Concert", hier mit den jungen Pianisten Joline Schlimm und David Coopmann. FOTO: Jürgen Laaser
Pianisten, Orchester und Big-Band - junge Musiker begeisterten in "Classics in Concert", hier mit den jungen Pianisten Joline Schlimm und David Coopmann. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz.
Junge Musiker aus Breslau und dem Erkelenzer Land begeisterten ihr Publikum bei einem Konzert in der Stadthalle. Dieses Mal wurden Klassik und Jazz vereint, um eine neue, beeindruckende Klangwelt zu eröffnen.
Von Nicole Peters

War es ursprünglich die Idee gewesen, jungen Pianisten Auftritte mit Orchestern auf großen Bühnen zu ermöglichen, die das Jugendprojekt "Classics in Concert" auf den Weg brachte, gingen die Veranstalter beim jetzigen Konzertthema "Classic meets Jazz" in der Stadthalle Erkelenz noch einen Schritt weiter: Die Big-Band des Cusanus-Gymnasiums gesellte sich erstmals dazu und erweiterte die instrumentale Ausstattung um viele Bläser und Schlagwerk. Damit gingen akustische Möglichkeiten einher, die die jungen Musiker in mehreren Stücken voll ausschöpften. Sehr zum Gefallen des Publikums, das opulenten Hörgenuss erlebte.

Zum zweiten Mal war das Orchester der Karol Szymanowski Musikschule aus Breslau innerhalb des inzwischen achten deutsch-polnischen Jugendprojekts in Erkelenz zu Gast - Dirigent Marcin Grabosz leitete die 14- bis 18-Jährigen. Der Big-Band stand Thorsten Odenthal vor, und die Leitung der Pianisten der Kreismusikschule Heinsberg lag in den Händen von Initiator Josef Paczyna. Die Moderation übernahm Dr. Thomas Kalisch, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins "Pro Musica" Erkelenz.

Damit die jungen Musiker die ausgewählten Stücke in der jeweiligen Konstellation spielen konnten, schrieb Adam Wesolowski passende Arrangements. Die "Revolutionsetüde c-Moll" des Lebemanns Frédéric Chopin war in ein jazziges Thema gebracht worden - Pianist Benedikt Kaliciak spielte hier vor einer beeindruckenden klanglichen Gesamtkulisse. Den "Walzer Nr. 2" des Komponisten Dmitri Schostakowitsch trugen die jüngsten Klavierspieler, Joline Schlimm und David Coopmann, vor: Hierbei übernahmen vier Saxophone die Parts der ursprünglich vorgesehenen Hörner.

Gelegenheit, die an diesem Abend durch die Vielzahl der Instrumente vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, bot etwa das Stück "Danzon Nr. 2" vom zeitgenössischen mexikanischen Komponisten Arturo Marquez. Dieser sei für phänomenale sinfonische Orchestermusik mit Soli bekannt, in die er Bestandteile seiner Heimat einbaue, kündigte Kalisch an. Die Musiker bauten den Vortrag stückweise in Tempo und Klangstärke auf, wobei Flöte oder Violine Schlüsselrollen zukamen. Alle schlossen mit beeindruckend homogenem Gesamtklang ab. Zur Verstärkung der Bläser kam nach der Pause im Werk "Konzert Nr. 2, op. 14" von Nikolai Kapustin - eine sehr dichte, qualitativ hochwertige und sehr schnelle Arbeit, wie der Moderator betonte - Horst Couson als einer von zwei zusätzlichen Saxophonisten dazu. Die insgesamt lockere und mitreißende Spielart rief erneut Begeisterung im Publikum hervor.

Im Weiteren unterhielten ebenso Sänger aus den Gruppen in schönen Jazz-Songs, traten Solo-Instrumentalisten für besonders stimmungsvolle Einlagen nach vorne und bewiesen die ein Dutzend Pianisten, dass sie sogar innerhalb eines Beitrags je zu vier Händen spielen und dabei mehrmals die Akteure wechseln können. So in "Porgy and Bess" des Jazz-Komponisten George Gershwin, in dem das Gesamtensemble einmal mehr zeigte, was in ihm steckte.

"Musik, Musik, Musik!" hieß es zum Schluss - und erneut in der Zugabe nach Ovationen und lang anhaltendem Beifall im gut besuchten Haus. Dass der Erlös aus den Pauseneinnahmen und sonstige Zuwendungen ganz eben dieser zugutekomme und der Förderung der jugendlichen Musiker diene, betonte der "Pro-Musica"-Vorsitzende Thomas Kalisch.

Quelle: Rheinische Post 19.09.2017)

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