Fröhliche Stimmenvielfalt

Der Cantamus-Chor aus Kerpen-Buir unter Leitung von Anna Paasche beim Konzert in Holzweiler.   FOTO: Laaser
Der Cantamus-Chor aus Kerpen-Buir unter Leitung von Anna Paasche beim Konzert in Holzweiler. FOTO: Laaser
Erkelenz. Der Saal Boss in Holzweiler vereinte drei Chöre unter einem Dach. Unter dem Motto "Oh happy day" waren Songs und Gospels zugunsten der integrativen Band "Rur-Rock - Wir zusammen" zu hören.
Von Renate Resch

Es war ein freudiger Tag, an dem drei befreundete Chöre bei einem Konzert in Holzweiler ein gemeinsames Programm unter dem Titel "Oh happy day" sangen. Der Alltag mit allen schwierigen und schmerzlichen Ereignissen blieb für einige Stunden hinter den Besuchern.

"Der Chor ,Gospel Voices' ist vor 16 Jahren aus einer lockeren Zusammenkunft von Leuten, die gerne singen, entstanden", erzählte Klaus Hurtz, der Chorleiter und Gründer. Durch ihren Förderer, Pastor Josef Semrau, der leider 2013 mit 59 Jahren verstorben sei, habe sich der Chor rasch etabliert. Semrau lud die Mitglieder immer wieder zur Mitgestaltung der Gottesdienste ein, woraus regelmäßige Proben und feste Chorzusammenkünfte resultierten. "Dadurch hat sich der Chor sehr stabilisiert und gefestigt", erzählte Hurtz weiter, "wir hatten ständig Auftritte vor Augen, auf die wir hingearbeitet haben. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht." Mittlerweile zählt der Chor 30 Mitglieder in einer Altersspanne von 30 bis 80 Jahren. Beim jetzigen Konzert sangen erstmals sechs neue Mitglieder mit, die in zusätzlichen Proben darauf vorbereitet wurden.

Ein ehemaliges Mitglied des "Gospel Voices"-Chores war nach Bochum gezogen und hatte dort eine Möglichkeit gesucht, weiter zu singen. Der Sänger fand einen Jazz-Chor in Hattingen, und lud seinen Ursprungschor aus Holzweiler voriges Jahr zu einem Konzert ein. Es war für alle ein tolles Erlebnis, in einer anderen Stadt gemeinsam zu singen. Daraus entstand der Gedanke, die Einladung zu erwidern und die Chöre in Holzweiler für einen Abend zu vereinen.

Mit Kerpen-Buir verbindet Holzweiler die Problematik der Standortlage als Rand zu einem Braunkohlentagebau. Zwar hat Holzweiler das Glück, nicht weggebaggert zu werden, aber durch die Halbinsellage, durch Lärmbelästigung, Licht und Staub, dürfte die Lebensqualität eingeschränkt werden. Das Teilen die Bewohner mit den Menschen aus Kerpen-Buir. Vor zwei Jahren besuchte der Chor die Stadt, und es gab dort ein gemeinsames Konzert. Nun ging auch an diesen Chor die Einladung zum Gemeinschaftskonzert.

Der Cantamus-Chor ist ebenfalls ein spirituell orientierter Chor, wobei in seinem Repertoire auch deutsche Lieder eingebettet sind. Er ist ein reiner A-cappella-Chor, der gelegentlich mit Instrumental-Unterstützung spielt. Beim gemeinsamen Konzert trug er "Hallelujah" von Leonard Cohen, "Singen von Gottes Wegen" ebenso wie "Irish Blessing", ein traditioneller irischer Segen, vor. Die "Gospel Voices" sangen englische Gospels wie "Down to the river to pray" von Ken Medema oder "The lord just keeps on blessing me" von Lisa Nelson. Stefan Hurtz unterstützte den Chor am Klavier. Das Jazz-Chor-Repertoire reichte von "Blue moon" von Lorenz Hart und Richard Rodgers über "Barbara Ann" von den Beach Boys zu "Woza nkosi" von Martin M. McCall. Der Chorleiter Gregor Brück, ein professioneller Pianist, begleitete die Stücke.

Das klangvoll, raumfüllende Finale einte alle drei Chöre und zeigte das gesamte Stimmenrepertoire mit klangvoller Akustik. Mit dem Mottogebenden Song "Oh happy day" verabschiedeten sich alle Sänger und entließen die Zuhörer in fröhlich, beschwingter Stimmung.

(Quelle: RP vom 11.10.2017)

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