Abschied vom Erkelenzer "Werkschor Glückauf"

Erkelenz. Am Sonntag (12. 11. 2017) werden Tränen fließen im Pfarrzentrum Sankt Lambertus in Erkelenz. 114 Jahren nach dem ersten Konzert wird der "Werkschor Glückauf" des Traditionsunternehmen Wirth zum letzten Mal erklingen.

Ein Stück Traditionsgeschichte geht zu Ende. Der Chor des Traditionsunternehmens Wirth, das seit 1897 in Erkelenz ansässig ist, löst sich auf. Der zweite Vorsitzende, Fred Reinartz, sieht dafür mehrere Gründe. Vor allem fehle es an Mitgliedern. Und die, die noch singen, haben ein Durchschnittsalter von 75 Jahren.

Auch Rudolf Schock sang mit. (Rudolf Schock im Jahr 1961 neben einem Flügel)
Auch Rudolf Schock sang mit. (Rudolf Schock im Jahr 1961 neben einem Flügel)

Rudolf Schock 1961


Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Chor einen Boom. Damals konnten wir aus dem Vollen schöpfen, erinnert sich Fred Reinartz. Das erste öffentliche Konzert nach dem Krieg fand am 23. November 1953 statt. Damals in einer Sporthalle in Erkelenz. Doch der Chor wurde immer beliebter, auch beim Publikum. Schon bald zog der Werkschor für seine Konzerte in die wesentlich größere Kaiser-Friedrich-Halle nach Mönchengladbach um. Es folgten Jahre mit beeindruckenden – und immer ausverkauften - Konzerten. Viele berühmte Solokünstler sangen mit dem Werkschor, darunter Anneliese Rothenberger, Rudolph Schock oder auch Hermann Prey.


Schwindende Mitgliedszahlen

"Das Repertoire reichte damals vom klassischen deutschen Liedgut über Opern- und Operettenmelodien", erzählt Reinartz. Aber – so wie die großen Namen und Stargäste im Laufe der Jahre verschwanden, so sank auch die Zahl der Sänger. Es wurden Versuche gestartet, den Chor am Leben zu halten. Sänger, die gar keine Bindung zur Firma Wirth hatten, wurden aufgenommen. In der Firma selbst war das Interesse an dem Chor nicht mehr groß, obwohl die Proben sogar während der normalen Arbeitszeit stattfanden. "In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Mitglieder auf 25 gesunken", sagt der zweite Vorsitzende. Für ihn die Folge des großen Chorsterbens in Deutschland.


 Abschlusskonzert mit schönsten Liedern

Außerdem war die Lust der Sänger auf neue Lieder nicht mehr ganz so groß. Die "alten Recken" wollten lieber die alten, deutschen Lieder weiter singen. Auch, weil viele keine Fremdsprache können. Fred Reinartz bringt es dann auch auf den Punkt, es habe keinen Sinn mehr gemacht, den Chor weiter aufrechtzuerhalten. Das letzte Konzert soll nochmal ein Höhepunkt werden, wenn auch ein trauriger. Immerhin mit Andrea Hörkens und Tenor Robert Hillebrands konnten zwei bekannte Solisten gewonnen werden. "Das Programm ist ganz einfach. Wir werden die schönsten Lieder der vergangenen Jahrzehnte singen", so Reinartz.

Das Konzert im Pfarrzentrum Sankt Lambertus Erkelenz beginnt am 12. November um 17 Uhr. Der Eintritt kostet neun Euro.

Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.
(WDR Lokalzeit Aachen, Stand: 09.11.2017)

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Kommentare: 3
  • #1

    Jo van Meulebrouck (Freitag, 10 November 2017 15:51)

    Zijn kaarten te bestellen?

  • #2

    Wilfried Rötzel (Samstag, 11 November 2017 09:21)

    Hallo Herr Meulebrouck,
    Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.
    Katholisches Pfarrzentrum, St. Lambertus, 41812 Erkelenz, Johannismarkt 15.
    Schöne Grüße aus Erkelenz
    Wilfried Rötzel

  • #3

    Heinze Karin (Sonntag, 12 November 2017 23:59)

    Lieber Wirth Chor,
    Ihr habt ein herausragendes Konzert gegeben!

    Es tut mir sehr leid, dass dieser Chor der ja viele Jahre
    als Werkschor der Erkelenzer Bohr, uns mit vielen Konzerten
    beglückte, aufgibt!!

    Ich finde es sehr beschämend für die Fa. MHWirth, dass der
    Geschäftsführer Herr Elnar Bronlund, nicht in der Lage war,
    sich mit den passenden Worten bei den Sängern und Frau Hillebrand
    zu bedanken!!

    Habe die größte Hochachtung für alle Sänger und Frau Hillebrand!
    Ihre Karin Heinze
    Stadtmusikbund Vorsitzende

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