Ein musikalischer Brückenbauer / Chor besteht seit 25 Jahren

Ein Foto aus den Anfangsjahren – heute hat sich der Chor Rjabinuschka einen Namen gemacht.
Ein Foto aus den Anfangsjahren – heute hat sich der Chor Rjabinuschka einen Namen gemacht.

Erkelenz Das erste Konzert fand am 2. April 1993 statt. Heute blickt der Chor Rjabinuschka auf stolze 25 Jahre zurück. Das Jubiläum wollen die Sängerinnen im September gebührend feiern.

 

Von Kurt Lehmkuhl

 

Als „Botschafter der Integration“, als „musikalischer Brückenbauer zwischen Menschen“ und als ein „kulturelles Aushängeschild von Erkelenz“ ist der Chor unter anderem bezeichnet worden, der vor 25 Jahren zum ersten Mal mit einem eigenen Konzert an die Öffentlichkeit getreten ist.

„Das war am 2. April 1993 bei einem Fest im Lahey-Park“, erinnert sich Margret Fügener, die diesen Chor seit Anbeginn kennt. Kein Wunder, schließlich war Margret Fügener im Auftrag der Stadt Erkelenz damals für die Sozialarbeit im Übergangsheim für russland-deutsche Aussiedler im Bauxhof verantwortlich. „Es war zwar unter anderem unsere Aufgabe, die Neubürger mit unseren Gebräuchen und unserer Kultur vertraut zu machen, zugleich wollten wir aber auch, dass sie ihre Heimat und ihre Wurzeln nicht vergessen.“ Sie hatte viele Aktionen im Bauxhof in die Wege geleitet, die nachhaltig Integration förderten. Eine dieser Aktionen war die Bildung einer Frauengruppe. Darin wurde über alle möglichen Themen gesprochen. „Aber am Ende jedes Treffens wurde gesungen“, meint Margret Fügener.

„Das ist bei uns so“, erläuterte Ludmilla Kuntz, die zu dieser Frauengruppe gehört. „Wir müssen immer singen, von der Heimat, von der Liebe, vom Glück und vom Tod.“ Da war der Schritt zu einem Frauenchor nicht mehr weit, zumal mit der Musiklehrerin Nadeshda Reder auch eine kundige Dirigentin in den Erkelenzer Bauxhof eingezogen war. „Wir haben zunächst mit 15 Frauen als Chor angefangen“, erinnert sich Minna Bersuch, die mit ihrer Familie ebenfalls zu den ersten Ankömmlingen im Übergangsheim gehörte. Aus dem Wolgagebiet, aus Sibirien, aus Kasachstan oder Kirgistan kamen die Übersiedler, die sich erst im Bauxhof kennenlernten.

„Aber Musik verbindet und tröstet, auch wenn die Lieder aus der früheren Heimat oft melancholisch sind.“ Magret Fügener sah durchaus den therapeutischen Aspekt des Gesangs und sie erkannte die Möglichkeit, den Frauenchor aus dem Bauxhof als Beispiel für Integrationsarbeit zu nutzen. „Wer als Chor im Bauxhof singt, kann auch draußen singen, selbst wenn sich der Gesang für die Einheimischen vielleicht anfangs exotisch anhört.“ Schnell sprach sich in der Region herum, über welche Qualität der Chor verfügte, und so konnte er sich bald über zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten freuen.

 

INFO
Im September wird gefeiert

Das 25-jährige Bestehen feiert Rjabinuschka am Samstag, den

8. September, im Martin-Luther-Gemeindehaus an der Mühlenstraße in Erkelenz. Zunächst gibt es um 16 Uhr bei freiem Eintritt ein Konzert, zu dem der Frauenchor als Gäste den Chor „Nostalgie“ aus Wiehl bei Gummersbach und das A-Capella-Ensemble „Salonchörchen“ aus Erkelenz eingeladen hat. Danach findet ein geselliges Beisammensein mit allen Akteuren und Besuchern statt. Der Chor hofft bei seinem Jubiläumsfest auf Spenden, durch die das in die Jahre gekommene, altersschwache Bajan durch ein neues ersetzt werden kann.

(Rheinische Post 30.07.2018)

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