10 Jahre Stadtmusikbund Erkelenz

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Festrede des stellvertretenden Vorsitzenden Gerd Quedenbaum
aus Anlass unseres 10-jährigen Bestehens am Samstag, dem 21.Nov.2009, 18:oo Uhr, in der Festhalle der Firma Aker-Wirth GmbH.


Meine Damen,
meine Herren,
verehrte Gäste,

 

in einer bekannten Londoner Zeitung stand geschrieben,

 

(Zitat) „Im Geschäftsleben geht es ähnlich zu wie beim
Klettern. Scheint die Sonne, kommen alle zügig voran, wenn aber das Wetter umschlägt, gehen nur die weiter, die wirklich in Form sind."

 

Dies Wort könnte man auch übertragen auf das Vereinsleben. Geht es voran, d.h. hat der Verein Zuspruch. Er wird in der Öffentlichkeit erkannt und anerkannt. Da braucht er sich um seinen Bestand nicht viel Gedanken machen, der Zulauf ist ihm sicher. Wird es aber schwierig, dann sind Können und -ich betone-" echte" Mitarbeit gefordert; nicht Resignation, nicht Protest und Besserwisserei, sondern qualifizierte Führung und klug handelnde Gemeinsamkeit. -
Diese allgemein gültige Erfahrung habe ich ganz bewusst an den Beginn meines Vortrages gesetzt, weil das Vereinsleben schwierig geworden ist, weil viele mitreden und mitbestimmen wollen, aber kaum noch jemand bereit ist, sich einzusetzen und Verantwortung zu tragen.
Der Begriff „Gemeinsamkeit" hat erheblich an Wert verloren . Gemeinsamkeit wird zwar überall geredet, aber leider nur wenig gelebt. Das hat sich auch in den schwierigen Jahren des szt. eben erst gegründeten Stadtmusikbundes gezeigt.
Hier sind wir aber inzwischen ein Team geworden, mit dem Erfolg, daß unsere Sitzungen nur noch halb so lange dauern -auch das muß man zu würdigen wissen- und dass wir heute weitaus effektiver arbeiten als je zuvor.
Aber kommen wir zur Sache:
Frau Heinze, unsere Vorsitzende, hat es eben gesagt, „wir wollen uns erinnern und wir wollen unseren gegenwärtigen Status fixieren".

In unserer Satzung haben wir, unter dem Titel „Aufgaben des Stadtmusikbundes", ein 7-Punkte-Programm festgelegt:

 

1. Vermittlung der Interessen unserer Mitglieder insbesondere gegenüber öffentlichen Institutionen.
Da haben wir einen schmerzhaften Punkt, den ich gleich noch kurz anreißen möchte.

 

2. Kontaktpflege zwischen den einzelnen Mitgliedern und Gruppen.
Wir sind gerade dabei, unsere Mitgliedsvereine einzeln bei Ihren Proben zu besuchen, dabei Sachgespräche zu führen, mit den Vorständen und den musikalischen Leitern.

 

3. Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern.
Der Erfahrungsaustausch findet bereits bei Begegnungen statt. Wir werden das aber noch systematisieren um zu einem regelmäßigen und analytischen Meinungsaustausch zu kommen.

 

4.Koordinierung der Veranstaltungstermine- und themen.
Das ist derzeit im Aufbau begriffen. Ich darf insoweit auf unsere Homepage im Internet verweisen, siehe dort unter dem Stichwort "Termine".

 

5. Anregung, Unterstützung und Ausrichtung gemeinsamer Veranstaltungen.
Darüber gibt es gleich noch etwas zu sagen.

 

6. Hilfestellung bei Teilnahme an Veranstaltungen im Ausland.

Dies Feld liegt leider noch brach, das heißt, die Beziehungen zwischen unseren und ausländischen Vereinen sind im Augenblick noch nicht soweit gediehen, daß unsere Dienste dabei erforderlich wären.

7. Förderung der Nachwuchspflege.
Auch zu diesem Thema werden Sie gleich noch etwa von uns hören.

 

Zunächst und an dieser Stelle möchte ich unser Programm einmal in eine Kurzfassung bringen, die da lautet:

 

Das Ziel des Stadtmusikbundes
ist die Erfüllung seiner
musisch-kulturellen, das heißt
seiner gesellschsftsbildenden,
sozialen Aufgabe, zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.

 

Das, meine Damen und Herren, mag etwas hochtrabend klingen, es ist an sich aber eine einfache Aufgabe. Für den Stadtmusikbund heißt das, in dem Maße seiner Zielsetzung die zugehörigen Vereine unserer ländlich weiträumigen Stadt zu kulturellem Miteinander zusammenzuführen. Und dabei beziehen wir selbstverständlich auch jene Mitbürger ein, die wegen des Braunkohlen-Tagebaus umgesiedelt wurden bzw. noch umgesiedelt werden. Der Weg in unsere singenden und musizierenden Gemeinschaften steht ihnen offen. Und ich gehe davon aus, dass unsere Mitgliedsvereine auch ihrerseits auf sich aufmerksam machen werden.

Für uns gilt es zunächst, die Reihe der Vereine zu kennen. Das heißt, sie im Einzelnen besser kennen zu lernen, ihre Ziele, ihr Können, ihr Tun, ihre Möglichkeiten.
Das heißt weiter, die Vereine zu fördern, sie -natürlich unter Beachtung jeweiliger Souveränität- in den Interessensverbund einzugliedern.
Das ist viel Arbeit und wir haben insoweit noch eine ganze Menge zu tun. Deutlich wird es schon daran, dass unsere Mitglieder sehr unterschiedlicher Natur sind. Die Spanne reicht vom Kinderchor und Frauenchor über den gemischten Chor bis hin zum Männergesangverein, vom Trommler- und Pfeiferkorps bis hin zum Fanfaren- und Majorettenkorps. Und dabei vertreten z.B.unsere Gesangvereine überdies auch noch recht unterschiedliche Musikrichtungen, wie etwa vom Kirchenlied bis zum Volkslied, vom romantischen Lied bis zum harten Rock.

Wie gesagt, wir haben viel zu tun, aber die Sache wächst. Schon jetzt setzt der Stadtmusikbund seine Ziele um, in dem er z.B. Veranstaltungen arrangiert, an denen gleich mehrer Vereine beteiligt sind.

Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen:

  • Da war unser Benefizkonzert im März diesen Jahres, wo neben einer Gesangssolistin gleich vier unterschiedliche Klangkörperarten zusammengeführt wurden.
  • Da ist unsere heutige Veranstaltung, wo neben zwei verschiedenen Chören auch noch einige Virtuosen der Musikschule Paczyna auftreten.
  • Oder -wenn Sie die Vorausschau erlauben- da ist in vierzehn Tagen unser Adventskonzert auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, das von vier Chören in nur einem Projektchor bestritten wird. Wir rechnen mit etwa einhundert Sängern.
  • Für das kommende Jahr planen wir ein Benefizkonzert, zu dem einmal möglichst alle Instrumentalgruppen aus unserer Mitgliederschaft zusammengeführt werden sollen. usw.


Neben den Veröffentlichungen in der Presse kann man solche Nachrichten aber auch speziell nachlesen, in unserer Homepage, unter der Internet-Adresse 

www.stadtmusikbund-erkelenz.de


Seit einigen Monaten sind wir dort vollständig präsent. Der IT-Fachmann im Team, unser Schriftführer Wilfried Rötzel, hat die Homepage grafisch gestaltet, technisch installiert und mit einer ganzen Reihe von Links ausgestattet. Diese werden es auch jedem Laien rmöglichen, alle Informationen über uns, unser Mitgliedsvereine und Veranstaltungen zu finden.

An den Entwicklungen mögen Sie erkennen, dass es beim Stadtmusikbund voran geht. Allerdings haben wir einen Schmerzpunkt, dabei geht es um die Nutzung der Stadthalle.
Insoweit haben wir schon einige Erfahrungen sammeln können, aber das im Januar diesen Jahres begonnene Gespräch mit der Betreiberin der Halle ist noch nicht abgeschlossen. Über den Fortgang dieser Sache werden wir also erst unseren Mitgliedern in der nächsten Jahreshauptversammlung berichten können. Insoweit bitte ich um Ihr Verständnis.

Kommen wir zum Nachwuchs:
Der Stadtmusikbund ist immer wieder bemüht, bei den von ihm arrangierten Veranstaltungen auch Nichtmitglieder mitwirken zu lassen. Sie mögen daran erkennen, dass wir den Kreis derer, die gleichen Interessen folgen, gerne
vergrößern möchten.
Das zum Beispiel ist ein weiterer Grund, weshalb wir die Schulleiter und Musiklehrer der Erkelenzer Schulen zu diesem Abend eingeladen hatten.

Im Zusammenwirken aller könnten wir sehr viel mehr erreichen, zur Förderung des Gesangs und der vielfältigen Instrumentalmusiken, zur Förderung des Chor- und Gruppenmusizierens, dabei nicht zu vergessen, die Entdeckung und Förderung von Begabungen.
Bedenken wir doch: Gesang und Musik sind soziale Aufgaben. Sie regen an zur Gemeinschaft, sie fördern Gemeinschaft, sie dienen der individuellen geistigen und körperlichen Gesundheit.

Selbst ein Chorsänger, der ich bin, habe ich den Traditionschören einmal ins Gedächtnis geschrieben, ich zitiere:
"Wer die Schulen vergisst, vergisst zugleich den Nachwuchs".
Ein "Opaverein" - um es einmal im Schülerjargon zu sagen, dürfte fraglos eine eher etwas seltsame Erscheinung in der Schule sein, zumal in dieser Zeit des musikalischen "Verdrängungwettbewerbs".
Zweifellos aber wird es von Wert sein, insbesondere den älteren Schülern einmal den traditionellen Laiengesang vorzustellen, in Einstudierung und Vortrag, und zur Wahrung unseres ureigensten Kulturgutes, aber auch als Parallele und/oder als Gegenstück zu den modernen -wie ich persönlich meine- übertriebenermaßen importierten Werken. Dazu zähle ich auch die als Massenartikel produzierten Musiken, bei denen es leider nur um's Geld geht, nicht um Qualität und nicht um die Musik als ernstzunehmendes Kulturgut.
Vielartiges Chorsingen, insbesondere in Laienchören, ist zielstrebige Gemeinschaftsarbeit, mit der Empfehlung zum Nachmachen und Mitmachen.
Fraglos dürften dabei musikalische Gemeinsamkeiten zwischen Schule und Chor wieder zu entdecken und wieder zu entwickeln sein.
Für Musiklehrer und Schüler, für Chorleiter und Sänger gleichermaßen könnte sich hier ein sehr weites, ein auch die Generationen überbrückendes Betätigungsfeld öffnen.

Und das, meine Damen und Herren, gilt natürlich nicht allein für den Chorgesang, sondern für alle Formen des Singens und des Musizierens überhaupt.
- Verehrte Schulleiter und verehrte Musiklehrer, bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir sehr gerne mit Ihnen zusammenarbeiten möchten. Wir werden deshalb schon bald auch auf Sie zukommen, vielleicht erst einmal zu einem Gespräch, vielleicht aber auch schon mit konkreten Vorschlägen. Wir arbeiten daran. Und wenn Sie an dieser Thematik interessiert sind, wenn Sie bereit sind, sich beruflich und/oder ehrenamtlich in den Dienst dieser Sache zu stellen, dann sind Sie zur Mitarbeit auch bei uns sehr herzlich eingeladen.

Erlauben Sie mir bitte noch ein letztes, ein abschließendes Wort, jetzt zu dem Wert des Stadtmusikbundes:
Als man mir antrug, im Vorstand des Stadtmusikbundes mitzuwirken, da habe ich mir natürlich zunächst die Satzung und ein paar Sitzungsprotokolle des Vorstandes ausgebeten. Ich wollte doch wissen, mit wem und mit welchem Anliegen ich es zu tun bekommen sollte.
Sehr schnell wurde mir klar, dass der Stadtmusikbund nicht irgendeine Verein, nicht irgendein Dachverbund, sondern eine Institution mit einer weitaus größeren Aufgabe ist, als der bloße Name erkennen lässt. Er ist ein Bindeglied zwischen den ländlichen und den inneren Bezirken unserer weiträumigen Stadt. Und er erfüllt damit einen Teil der sozialen Aufgabe, die ehedem -bei der kommunalen Neugliederung- offenbar nicht gerade vordergründig gesehen wurde.
Deshalb darf ich noch einmal wiederholen:

 

Das Ziel des Stadtmusikbundes
ist die Erfüllung seiner
musisch-kulturellen, das heißt
seiner gesellschsftsbildenden,
sozialen Aufgabe, zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.

 

Diese Aufgabe, verehrte Damen und Herren, können nur die lokalen Gemeinschaften erfüllen. Die Betreiber der modisch lärmenden, der nicht eben sehr geistvollen Massenkultur sind dazu nicht in der Lage.

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 

              www.erkelenz.de
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by Wilfried Rötzel

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